Das Jahr 1945 in Reetz

Auszug aus dem Buch: Reetz. Ein Dorf in der Brandtsheide 1861–1961

Januar bis Mai 1945

Das Jahr 1945 wurde zum Wendepunkt in der Geschichte des Dorfes Reetz. Der Krieg ging seinem Ende entgegen. Die feindlichen Armeen standen im Westen wie im Osten an den Reichsgrenzen.

Die Ardennenoffensive vom 14. bis 24. Dezember 1944 war gescheitert. Im Westen war die Wehrmacht nicht mehr in der Lage, effektiven Widerstand zu leisten. Im Osten setzte die Rote Armee Mitte Januar zu ihrer letzten großen Offensive an.

Was noch kam, war noch sinnloser als das, was vorangegangen war. Dennoch verloren 1945 23 Soldaten aus Reetz ihr Leben.

Flüchtlinge kommen nach Reetz

Im Januar 1945 trafen 152 Flüchtlinge aus dem von alliierten Bomben zerstörten Düren bei Köln in Reetz ein.

Ortsgruppenleiter Hermann Gottschalk hatte die Aufgabe, Unterkünfte für die Umquartierten zu organisieren.

Sechsundvierzig Reetzer Haushalte nahmen Flüchtlinge auf. Besonders viele Menschen wurden von den Familien Meerkatz und Striebing aufgenommen.

Mit dem weiteren Vorrücken der Roten Armee kamen zunehmend Flüchtlinge aus dem Osten.

Nun wurden sie als evakuierte Volksgenossen bezeichnet. Insgesamt kamen 185 Männer, Frauen und Kinder aus den Ostgebieten.

Ein großer Teil dieser Gruppe stammte aus Küstrin, etwa 150 Kilometer von Reetz entfernt.

Volksdeutsche aus Bessarabien

Unter den Flüchtlingen befanden sich auch Volksdeutsche aus dem Reichsgau Wartheland, die ursprünglich aus Bessarabien stammten.

Nach der sowjetischen Besetzung Bessarabiens waren 1940 zahlreiche Deutsche im Rahmen eines deutsch-sowjetischen Vertrages umgesiedelt worden.

Maria Uhlich erinnerte sich daran, wie deutsche Soldaten ihre Familie vom Hof holten. Alles musste zurückgelassen werden.

Nach einem Jahr in einem Lager bei Riesa erhielt die Familie einen Hof im Wartheland, der zuvor polnischen Besitzern entzogen worden war.

Am 20. Januar 1945 mussten sie auch diesen Hof verlassen.

Erst haben sie gesagt, wir können bleiben, und dann als es 8 Uhr abends war, hieß es, wir müssen raus.

Nach Aufenthalten in Frankfurt an der Oder, Fürstenwalde und Belzig erreichte die Familie schließlich Wiesenburg.

Von dort wurden die Flüchtlinge mit Pferdegespannen nach Reetz gebracht.

Maria Uhlich traf mit ihren beiden Kindern am 16. Februar 1945 in Reetz ein.

Japanische Diplomaten in der Umgebung

Die letzten Kriegswochen waren chaotisch, sodass sich die Ereignisse nicht immer eindeutig chronologisch einordnen lassen.

Am 13. April wurde der japanischen Gesandtschaft vom deutschen Außenministerium empfohlen, ihre Vertretung von Berlin nach Bad Gastein zu verlegen.

Mehr als 400 Japaner aus dem Berliner Raum wurden in kleineren Gruppen in Orte außerhalb Berlins evakuiert, unter anderem nach Belzig.

Am 19. April trafen die japanischen Konsule Baba und Imai in Mahlsdorf ein.

Das Schloss wurde aufgrund des Vormarsches der Roten Armee zu einem Sammelpunkt für japanische Familien aus der Umgebung.

Ein japanischer Arzt richtete sich im Reetzer Pfarrhaus ein. Dies sollte später einem Reetzer das Leben retten.

Der letzte Zug nach Wiesenburg

Am 20. April 1945, Hitlers letztem Geburtstag während seiner Herrschaft, kehrte Gertrud Friedrich von Potsdam nach Reetz zurück.

Am 20. April 1945 fuhr zum letzten Mal der Zug bis hierunter nach Wiesenburg.

Die Fahrt dauerte ungewöhnlich lange. In Brück kam es bereits zu Fliegerbeschuss.

Von Wiesenburg ging Gertrud Friedrich anschließend zu Fuß nach Reetz.

Deutsches Militär befand sich weiterhin überall in der Region.

Soldaten der Wehrmacht nahmen Tiere, Fahrzeuge und andere Dinge mit, die sie für ihren Rückzug gebrauchen konnten.

Eine versteckte russische Arbeiterin

Kurz vor Kriegsende geriet Otto Götze in eine ungewöhnliche und gefährliche Situation.

Der bei ihm beschäftigte polnische Arbeiter Ferdinand Waszkewiscz hatte sich in die russische Arbeiterin Dziane verliebt.

Sie arbeitete bei Frau Drabich in Reetzerhütten und sollte mit anderen nach Westen gebracht werden.

Dziane wollte jedoch nicht mitgehen.

Sie versteckte sich zunächst auf dem Friedhof von Reetzerhütten und gelangte später zu Otto Götze.

Dort wurde für sie ein Versteck im Haferstroh einer Scheune eingerichtet.

Wenige Tage später suchte die Feldgendarmerie mit Hunden nach ihr.

Sie wurde jedoch nicht entdeckt.

Das Weinlager von Reetz

Die Einwohner rechneten zunächst eher mit dem Eintreffen amerikanischer Soldaten, da diese bereits bis Reuden vorgedrungen waren.

Ortsgruppenleiter Hermann Gottschalk und andere Männer trafen jedoch eine Maßnahme, die dem Dorf möglicherweise viel Leid ersparte.

Der Berliner Weingroßhandel Hörnicke hatte wegen der Bombardierungen Berlins ein Außenlager im Keller der Gastwirtschaft Mehlitz eingerichtet.

Kurz vor dem Zusammenbruch wurden die Weinflaschen im Dorf verteilt beziehungsweise verkauft.

Ziel war es, zu verhindern, dass große Mengen Alkohol später in die Hände sowjetischer Soldaten gelangten.

Vorbereitungen auf die Kämpfe

Das gesamte Leben des Dorfes stand inzwischen im Zeichen des Krieges.

Die Schule wurde geräumt, weil dort ein Lazarett eingerichtet werden sollte.

Schulbänke wurden in eine Scheune gebracht.

Rund um die Kirche mussten Splittergräben angelegt werden.

Außerdem wurde ein großer Bunker gebaut.

In den letzten Tagen kam es auch zu Tieffliegerangriffen.

Die Armee Wenck

General Walther Wenck war seit dem 6. April Kommandeur der hastig zusammengestellten 12. Armee.

Er richtete seinen Gefechtsstand in der Oberförsterei Alte Hölle ein.

Am 23. April erschien Generalfeldmarschall Keitel und forderte ihn auf:

Befreien Sie Berlin! Machen Sie mit allen verfügbaren Kräften kehrt. Vereinigen Sie sich mit der 9. Armee. Hauen Sie den Führer heraus.

Wenck entschied sich jedoch, diesem Befehl nicht in der geforderten Weise zu folgen.

Stattdessen wollte er seine Kräfte nutzen, um möglichst vielen Flüchtlingen und Soldaten den Weg nach Westen offenzuhalten.

Die Front kommt näher

Am 24. April fiel Potsdam. Garrey und Zixdorf wurden von der Roten Armee besetzt. Niemegk wurde beschossen.

Gleichzeitig gab es in Belzig den ersten, allerdings falschen Panzeralarm.

Aus Niemegk und Belzig kamen immer mehr Flüchtlinge in Richtung Reetz.

Das Dorf füllte sich mit Fuhrwerken.

Auch viele Reetzer überlegten, nach Westen zu fliehen.

Wir wollten alle über die Elbe, es hieß immer zu den Amerikanern. Nicht bei den Russen bleiben.

Fluchtversuche nach Westen

Einige Familien versuchten tatsächlich, mit Pferdegespannen die Elbe zu erreichen.

Manche kamen bis in die Gegend von Magdeburg.

Viele schafften es jedoch nicht mehr über den Fluss und mussten später nach Reetz zurückkehren.

KZ-Häftlinge ziehen durch Reetz

In den letzten Kriegstagen kamen auch Kolonnen von KZ-Häftlingen durch Reetz.

Sie trugen gestreifte Kleidung, baten um Brot und zogen über die Wiesenburger Straße weiter in Richtung Zerbst.

Einige Reetzer stellten ihnen Lebensmittel bereit.

Französische Kriegsgefangene

Auch französische Kriegsgefangene nutzten die chaotische Lage, um sich abzusetzen.

Einige versuchten, die bereits in der Nähe stehenden amerikanischen Truppen zu erreichen.

Der japanische Arzt hilft

Erwin Schulzes Vater Otto litt kurz vor Kriegsende unter einem schweren Abszess am Knie.

Wegen der japanischen Gesandtschaft befand sich jedoch ein japanischer Arzt im Reetzer Pfarrhaus.

Die Familie nahm Kontakt zu ihm auf.

Otto Schulze wurde mit einem Handwagen zum Pfarrhaus gebracht und dort operiert.

Die letzten Tage des Krieges

Am 2. Mai kapitulierte Berlin.

Am 3. Mai wurde Belzig kampflos übergeben.

In Reetz errichteten Männer des Volkssturms noch Panzersperren an den Ortseingängen.

Einige Einwohner erkannten jedoch, dass Widerstand nur zur Zerstörung des Dorfes führen würde.

Deshalb wurden die Sperren wieder entfernt.

Auch Bäume, die als Hindernisse dienen sollten, wurden in der Nacht vom 3. zum 4. Mai beseitigt.

Die letzte Sitzung der NSDAP

In derselben Nacht tagte die örtliche NSDAP ein letztes Mal.

Es wurde darüber beraten, ob im Dorf eine weiße Fahne gehisst werden sollte.

Gleichzeitig kursierten Gerüchte, dass sich auf dem Mühlenberg sogenannte Werwölfe, darunter junge Hitlerjungen, aufhalten würden.

Die Rote Armee kommt nach Reetz

Am 4. Mai 1945 gegen vier Uhr morgens erreichte die Rote Armee Reetz.

Die Bewohner hatten zuvor vor allem mit amerikanischen Truppen gerechnet.

Plötzlich verbreitete sich jedoch die Nachricht wie ein Lauffeuer: Russische Panzer waren durch das Dorf gefahren.

Hinter den Panzern folgten lange Kolonnen kleiner Panjewagen.

Friede und Gewalt

Mit dem Ende der Kämpfe begann gleichzeitig eine Zeit großer Unsicherheit und Gewalt.

Sowjetische Soldaten suchten zunächst nach dem Ortsgruppenleiter Hermann Gottschalk und anderen örtlichen Funktionären.

Viele junge Frauen versteckten sich in Dachböden, Scheunen, Taubenschlägen oder hinter Heu, um sexuellen Übergriffen zu entgehen.

Zeitzeugen berichten von zahlreichen Vergewaltigungen und von monatelanger Angst.

Gleichzeitig gibt es Berichte über sowjetische Offiziere, die Übergriffe ihrer eigenen Soldaten verhinderten oder bestraften.

Zipsdorf

Auch im Ortsteil Zipsdorf war die Lage schwierig.

Sowjetische Soldaten requirierten Pferde, vertrieben Kühe aus den Ställen und nutzten die Gebäude selbst.

Frauen und Mädchen versteckten sich nachts teilweise in den umliegenden Wäldern.

Plünderungen

Das Chaos der letzten Kriegstage führte zu umfangreichen Plünderungen.

Bei Mehlitz befand sich ein Warenlager mit Textilien, aus dem Kleidung mitgenommen wurde.

Auch ein Lager der Organisation Todt in Reetzerhütten wurde geplündert.

Dort befanden sich Werkzeuge, Geschirr, Fahrradersatzteile und andere Materialien.

Die Plünderung von Schloss Mahlsdorf

Auch Schloss Mahlsdorf wurde geplündert.

Nachdem die dort untergebrachten Japaner im Mai 1945 abtransportiert worden waren, wurden wertvolle Möbel, Bücher, Gemälde, Porzellan und andere Gegenstände entwendet oder zerstört.

Später wurde die Bevölkerung aufgefordert, entwendete Gegenstände zurückzubringen.

Manche Reetzer kamen dieser Aufforderung nach, andere Gegenstände blieben jedoch verschwunden.

Die sowjetische Kommandantur

Eine sowjetische Kommandantur zog in das Pfarrhaus ein.

Vor dem Haus des Bürgermeisters Hermann Lüdecke fand die erste öffentliche Versammlung nach dem Krieg statt.

Der sowjetische Kommandant sprach zur Bevölkerung.

Werner Rabinowitsch arbeitete als Ortskundiger beziehungsweise Verbindungsmann zwischen Bürgermeister und Kommandantur.

Die Kommandantur bestand bis etwa Juli 1945.

Beschlagnahmungen

In den ersten Wochen beschlagnahmten sowjetische Truppen zahlreiche Gegenstände.

Dazu gehörten Tiere, Lebensmittel, Autos, Motorräder und Radios.

Die beschlagnahmten Fahrzeuge wurden unter anderem auf dem Grundstück des Pfarrhauses gesammelt.

Verhaftungen

Nach Kriegsende begann auch in Reetz die Entnazifizierung.

Die NSDAP hatte im Dorf mehr als 50 Mitglieder. Etwa 120 Frauen gehörten der NS-Frauenschaft an.

Fast 140 Kinder und Jugendliche waren in Hitlerjugend, Jungvolk, BDM und Jungmädel organisiert.

Zahlreiche Männer wurden in den ersten Wochen nach dem Einmarsch verhaftet.

Werner Rabinowitsch schätzte ihre Zahl auf etwa 30 bis 35.

Die meisten kamen zunächst nach Wiesenburg und später teilweise in Lager nach Brandenburg.

Viele kehrten nach einigen Wochen zurück, manche jedoch nicht.

Hermann Gottschalk

Auch Hermann Gottschalk wurde zunächst festgenommen, später aber wieder freigelassen.

Am 25. Juni 1945 verlor er seine Stelle als Lehrer.

Wenig später wurde er erneut verhaftet.

Er kam in das Lager Ketschendorf und starb wahrscheinlich im Juni 1946.

Erst Jahre später erhielt seine Familie eine Bestätigung seines Todes.

Weitere Festnahmen

Im August 1945 wurde Richard Kersten verhaftet.

Später wurde er von einem sowjetischen Militärtribunal zu lebenslänglicher Haft verurteilt.

1956 wurde er aus der Haft entlassen.

Auch Franz Wernicke wurde im August 1945 nach Belzig vorgeladen und kehrte nicht zurück.

Er starb im Januar 1946 im Lager Ketschendorf.

Fast ein Jahr nach Kriegsende wurde auch Richard „Erdmann“ Senst verhaftet.

Er kehrte nicht mehr nach Reetz zurück.

Reetz im Jahr 1945

Reetz war nach dem Krieg ein Dorf, das hauptsächlich aus Frauen, Kindern und älteren Männern bestand.

Viele jüngere Männer waren gefallen oder befanden sich noch in Kriegsgefangenschaft.

Ende 1945 lebten 534 Umsiedler in Reetz.

Kriegshandlungen hatten im Dorf selbst glücklicherweise kaum stattgefunden. Gebäude waren weitgehend erhalten geblieben.

Die Landwirtschaft nach dem Krieg

Die landwirtschaftliche Situation war jedoch äußerst schwierig.

Es fehlte an Dünger, Arbeitskräften, Pferden und Geräten.

Viele Ställe waren fast leer.

Das Getreide stand teilweise noch lange nach der eigentlichen Erntezeit auf den Feldern.

Besonders die Frauen mussten die schwere Arbeit übernehmen.

273 arbeitsfähigen Frauen zwischen 18 und 50 Jahren standen lediglich 83 Männer gegenüber.

Eine hungrige Zeit

1945 war eine Zeit großer Lebensmittelknappheit.

Neben der einheimischen Bevölkerung mussten zahlreiche Flüchtlinge, Vertriebene, heimkehrende Soldaten und Menschen aus den Städten versorgt werden.

Viele kamen nach Reetz, um Gegenstände gegen Lebensmittel einzutauschen oder um Essen zu bitten.

Auch Krankheiten wie Tuberkulose und Typhus traten in dieser Zeit auf.

Das Dorfleben nach dem Zusammenbruch

Im August 1945 gab es in Reetz zwei Bäcker, einen Friseur, einen Schuster, einen Sattler, einen Stellmacher, einen Schmied, zwei Müller, zwei Herrenschneider und fünf Kaufleute.

Außerdem bestand ein Postamt.

Nach den Beschlagnahmungen hatte jedoch kein Reetzer mehr ein Auto oder einen Lkw.

Nur fünf Traktoren waren noch vorhanden.

Das Forsthaus Grüne-Grund

Kurt und Ilse Moldehn bezogen am 1. August 1945 das verlassene und ausgeplünderte Forsthaus Grüne-Grund.

Es gab zunächst weder Strom noch Wasser im Haus.

Fenster und Türen fehlten teilweise, der Herd war zerstört.

Mit improvisierten Mitteln mussten sie das Gebäude wieder bewohnbar machen.

Die Rückkehr des Pfarrers

Im August 1945 kehrte Pfarrer Gerhard Juergensohn mit seiner Familie nach Reetz zurück.

Zunächst konnte die Familie nicht sofort in das von Flüchtlingen belegte Pfarrhaus einziehen.

Erst später standen ihnen dort zwei Zimmer zur Verfügung.

Viele Gegenstände waren verschwunden.

Dennoch überwog die Erleichterung darüber, den Krieg überlebt zu haben.

Die Kirche nach dem Krieg

Unmittelbar nach Kriegsende verzeichnete die Kirche zunächst einen starken Zulauf.

Die Gottesdienste waren gut besucht, nicht zuletzt wegen der vielen Flüchtlinge.

Mit der allmählichen Verbesserung der Lebensbedingungen ging dieser Zulauf später wieder zurück.

Die Bodenreform

Im Herbst 1945 begann die Bodenreform.

Im Kreis Zauch-Belzig wurden große Flächen Ackerland, Wiesen und Wald an Neubauern und landarme Bauern verteilt.

Wegen des Mangels an Zugvieh, Geräten, Saatgut und Technik wurden später Ausschüsse der gegenseitigen Bauernhilfe gegründet.

Aus ihnen entstand 1946 die Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe.

Die Bodenreform in Reetz

In Reetz wurden 17 Hektar Acker, 46,3 Hektar Wiesen, 301 Hektar Wald und weitere Flächen unter insgesamt 201 neue Eigentümer aufgeteilt.

Leiter der Bodenreform in Reetz war Ernst Höpfner.

Da Reetz hauptsächlich aus kleineren Bauernhöfen bestand, wurde kein Reetzer enteignet.

Das neu verteilte Land stammte vor allem vom Besitz des Schlosses Mahlsdorf.

Anmerkungen

1. Zwischen 1814 und 1842 hatten sich deutsche Kolonisten aus Schwaben und Mitteldeutschland in Bessarabien angesiedelt.

2. Nach der deutschen Besetzung Polens wurde das Wartheland als Reichsgau eingerichtet. Die nationalsozialistische Besatzungspolitik verband Vertreibung polnischer Bewohner mit der Ansiedlung sogenannter Volksdeutscher.

3. Matinka – russisch für Mutter.

4. Die Organisation Todt war eine technische Organisation des nationalsozialistischen Staates, die während des Krieges wichtige militärische Bauaufgaben übernahm.

5. Verpädet bedeutet in diesem Zusammenhang: stark mit Unkraut überwuchert.